Berlin Biennale 2018

Forum und Festival der zeitgenössischen Kunst

Berlin drei Monate im Zeichen der Kunst – vom 9. Juni bis 9. September 2018 zeigt die Biennale moderne Kunst auf höchstem Niveau.

Die mittlerweile zehnte Ausgabe der Veranstaltung rund um zeitgenössische Kunst lockt mit vielen neuen Künstlern und ist internationaler denn je. Das Motto in diesem Jahr? Die klare Ansage „We don’t need another hero“.


Künstler – Kollektive – keine Helden

Insgesamt 46 Künstler und Kollektive sind dem Ruf von Gabi Ngcobo an die Spree gefolgt.

Die Johannesburger Professorin hat in diesem Jahr als erste Afrikanerin die Rolle der Chef-Kuratorin übernommen, um mit Berlin in einen künstlerischen Dialog zu treten. So liegt es in der Tradition der Biennale: sich kritisch auseinanderzusetzen mit aktuellen Fragestellungen, Neues zu entdecken, neu zu denken.

Das suggeriert auch das Motto für 2018, das sich an den gleichnamigen Nummer 1-Hit von Rock-Röhre Tina Turner aus dem Jahr 1985 anlehnt. Kein Bedarf an weiteren Helden – das fordert auf, sich eine eigene Meinung zu bilden, vor allem auch in Hinblick auf gängige Hierarchien und bestehende Strukturen von Macht. „Helden verwandeln sich schließlich schnell zu Tyrannen,“ weiß Gabi Ngcobo, „also besser weg mit ihnen.“

Die Berlin Biennale 2018 möchte jedoch keine festen Zuschreibungen vornehmen. Vielmehr erzählen die oftmals postkolonial und globalisierungskritisch geprägten Kunstwerke Geschichten, zeigen verschiedene Versionen von Wahrheit und sollen zu Fragen und Austausch anregen.

Den roten Faden bilden dabei Themen wie koloniale Unterdrückung oder das Machtungleichgewicht zwischen Schwarz und Weiß, aber auch Flucht, Vertreibung, die Stellung der Frau – Themen, die die Konflikte unserer Zeit berühren.

Die Gemälde, Filme, Installationen und Skulpturen von vielen neuen Künstlern aus der ganzen Welt verteilen sich auf fünf Ausstellungsorte in Berlin-Mitte.


KW Institute for Contemporary Art

Nur einen Steinwurf vom Hotel Augustinenhof entfernt liegt das Geburtshaus der Biennale. Die Kunst-Werke (KW) Institute for Contemporary Art riefen das Event 1998 ins Leben.

Zum 10-Jährigen zeigt die Ausstellung daher auch Porträts von Menschen, die die international renommierte Galerie entscheidend prägten.

Herzstück der Ausstellungsräume ist der große Saal – und den füllt die südafrikanische Künstlerin Dineo Seshee Bopape mit ihrer Installation „Untitled (Of Occult Instability) [Feelings]“. Der in rotes Licht getauchte Raum voll Trümmer hinterlässt ein endzeitartiges Gefühl. Ob die überdimensionale Pappkugel an der Saaldecke eher Disko-Accessoire oder Abrissbirne ist, entscheiden Sie. In den anderen Stockwerken der KW entdecken Sie künstlerische Positionen zu Unterdrückung und Befreiung, etwa Okwui Okpokwasilis Performance. Eindrücklich lässt sie den Protest nigerianischer Frauen gegen die Kolonialbehörde nachempfinden. Wie? Als Besucher sollen Sie selbst aktiv werden und Ihre Erfahrungen in Tanz und Gesang wiedergeben.

Adresse:
KW Institute for Contemporary Art
Auguststraße 69
10117 Berlin
2 Minuten Fußweg über die Auguststraße

Volksbühne Pavillon

Im „normalen“ Leben Buchladen und Ticketbüro, kommt der kleine Volksbühne Pavillon am Rosa-Luxemburg-Platz zum Kunstfestival 2018 groß raus. Denn in dieser Zeit beherbergt der Glasbau eine Installation der lateinamerikanischen Künstlerinnen-Schwestern Las Nietas de Nonó. Auf knappem Raum lässt ihre Ohnmachts-Installation „Ilustraciones de la Mecánica (Illustrationen des Mechanischen, 2016-18)“ eine sehr bedrückende Atmosphäre entstehen.

Begleitet wird dieses Kunst-Stück mit regelmäßigen Performances der Künstlerinnen, in denen sie die Ausbeutung schwarzer Frauen in ihrem US-regierten Heimatland thematisieren.

Adresse:

Rosa-Luxemburg-Platz
10178 Berlin

10 Minuten mit Bus 142 oder Tram M8


Akademie der Künste

Wer als Biennale-Besucher zur Akademie der Künste möchte, kommt 2018 nicht an Sanssouci vorbei.

Vor den Toren der Akademie hat die dominikanische Künstlerin Firelei Báez ein rudimentäres Pappmaché-Konstrukt errichtet. Es ist die Nachbildung eines Nachbaus, der Anfang des 19. Jahrhunderts auf Haiti entstand.

Báez erzählt durch ihn die Parallelgeschichte des bekannten Hohenzollernschlosses, seines Imitats auf Haiti und des haitianischen Revolutionsführers mit Namen Sans-Souci.

In den Innenräumen der Akademie wird der Video-Film „Again“ des deutschen Künstlers Mario Pfeifer gezeigt. Auf zwei winklig zueinander aufgestellten Leinwänden lässt er einen rassistisch motivierten Gewaltakt gegen einen irakischen Flüchtling nachspielen, der sich in seinem Heimat-Bundesland Sachsen ereignet hatte. Im Film werfen zwei Moderatoren Fragen nach Zivilcourage und dem eigenem Verhalten auf, Zuschauer übernehmen die Rolle eines Geschworenengerichts.

Adresse:

Akademie der Künste
Hanseatenweg 10
10557 Berlin

15-20 Minuten mit der S-Bahn ab Oranienburger Straße oder Hackescher Markt

ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik

Ein internationaler Mix aus zehn Künstlern ist zu Gast beim Künstlerkollektiv in Moabit. Ihren Aufenthalt im Zentrum für Kunst und Urbanistik nutzen Zuleikha Chaudhari, Johanna Unzueta oder die Ägypterin Heba Y. Amin unter dem Motto „I’m not who you think I’m not“ dazu, geschriebene Geschichte auseinanderzunehmen, zu entlarven und neu zu erzählen.

So entwirft letztere in ihrer Videoarbeit etwa „Alantropa“, einen neuen afrikanisch-europäischen Superkontinent. Eine Idee, die mit den geografischen Verhältnissen auch gleich gegebene Machtverhältnisse umdreht. Die Haitianerin Tessa Mars arbeitet mit ihrem Alter Ego „Tessalines“, einer weiblichen Variante des haitianischen Volkshelden Dessalines, die Geschichte ihres Landes auf.

Genießen Sie auch den Blick auf (urbane) Kunst aus der wildwüchsigen Gartenanlage des Kollektivs!

Adresse:

Siemensstraße 27
10551 Berlin

25 Minuten mit U6 und U9 ab Oranienburger Tor

HAU Hebbel am Ufer

Hier kriegen Sie vor allem Kunst auf die Ohren – und zwar Kwaito. Besonders bei der schwarzen jungen Generation ist dieser südafrikanische Musikstil sehr beliebt. Typisch sind Sprechgesänge und langsame Akkorde, mit denen die Musiker ihr Post-Apartheid-Lebensgefühl zum Ausdruck bringen wollen.

Zur Biennale erinnern Sprechgesang-Konzerte am 15. und 16. Juni 2018 im HAU2 am Halleschen Ufer an die Studentenunruhen in Soweto von vor 42 Jahren.

Adresse:

Hallesches Ufer 32
10963 Berlin

20 Minuten mit der U6 ab Oranienburger Tor



Zur Biennale im Hotel Augustinenhof

Im Hotel Augustinenhof wohnen Sie im Herzen der Berliner Kunstszene – und der Biennale. Kontaktieren Sie uns gern für Ihren Besuch in der Hauptstadt!

Öffnungszeiten der Ausstellungsorte:

9. Juni bis 9.September 2018
Mittwoch bis Montag: 11-19 Uhr
Donnerstag: 11-21 Uhr

Tickets:

Eintritt für alle Ausstellungsorte: 16€
Ermäßigt: 10€

Wer Interesse an Biennale-Führungen hat, kann sich einem der moderierten Rundgänge an Samstagen oder Sonntagen anschließen.

Für Fragen oder telefonische Buchungen:

Telefon +49 30 30886-0

Hotel Augustinenhof